Bausparvertrag

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag dient meistens zur späteren Finanzierung einer Immobile. Die Bausparsumme eines Vertrags legt dabei fest, wie hoch der Betrag ist, der dir später zur Verfügung steht. Abgeschlossen wird der Bausparvertrag mit einem Finanzierungspartner deiner Wahl – meistens Bausparkassen. Die Besparung des Vertrags dauert zwischen 7 bis 10 Jahren und danach schließt sich die Auszahlung der Bausparsumme an

Erste Phase

Ein Bausparvertrag beginnt mit der ersten Phase, die 7-10 Jahre dauert. In dieser Phase sparst du deine vermögenswirksamen Leistungen bei der Bausparkasse an. Das heißt es wird monatlich in deinen Bausparvertrag eingezahlt und das Guthaben erhöht sich stets. Du sparst solange bis ca. bis 50% der Bausparsumme erreicht sind. 

Wie sich der gesparte Betrag zusammen setzt

Der gesparte Betrag setzt sich in erster Linie aus 2 Teilen zusammen:

Arbeitgeber-Anteil:
Der erste Teil wird direkt von deinem Arbeitgeber überwiesen. Dazu gehören auch die vermögenswirksamen Leistungen. Der monatlich vom Arbeitgeber überwiesene Betrag ist jedoch nicht auf die Höhe deiner vermögenswirksamen Leistungen begrenzt. Denn du kannst diesen Betrag auch freiwillig von deinem Gehalt auf bis zu 40€ aufstocken. Dies macht Sinn, um die volle staatliche Förderung dieser Beträge auszunutzen. Alles rund um die staatliche Förderung erfährst du weiter unten. Du bekommst als Teil der Unterlagen deines Bausparvertrags ein Formular für deinen Arbeitgeber. Dort gibst du an wie hoch der Betrag sein soll, den er monatlich einzahlt. Wenn du dort mehr angibst, als dir an vermögenswirksamen Leistungen monatlich gezahlt wird, stockst du den Betrag automatisch auf.

Eigen-Anteil:
Den anderen Teil zahlst du freiwillig. Er wird monatlich von deinem Konto abgezogen und ist in der Höhe nicht begrenzt. Auch bei diesem Betrag gibt es einen Betrag von ca. 40€, ab welchem die staatliche Förderung voll ausgenutzt wird.

Ein Beispiel:

Mark Mühle arbeitet bei der Auto GmbH. Die Auto GmbH zahlt jedem Mitarbeiter monatlich 20€ vermögenswirksame Leistungen. Da Mark aber die volle staatliche Förderung ausnutzen möchte, stockt er diesen Anteil seines Arbeitgebers um weitere 20€ auf. Diiese insgesamt 40€ werden direkt vom Arbeitgeber überwiesen und von deinem Brutto-Gehalt abgezogen

Weil Mark weiß, dass es auch noch eine zweiten Zuschuss vom Staat gibt, wenn man bis zu 40€ vom eigenen Konto in den Bausparvertrag überweist, tut er dies. So zahlt Mark 40€ direlt über den Arbeitgeber und 40€ selber und erhält die volle staatliche Förderung

Staatliche Förderung

Der Staat fördert das Sparen in einem Bausparvertrag durch zwei Instrumente.  

  1. Arbeitnehmer-Sparzulage 
  2. Wohnungsbauprämie 

Die Arbeitnehmer-Sparzulage bezieht sich dabei nur auf den direkt vom Arbeitgeber eingezahlten Betrag und die Wohnungsbauprämie auf den Teil, der von deinem Konto gezahlt wird. Auch wenn dir das vielleicht unsinnig vorkommt, weil es egal ist, woher das Geld kommt solange es in den Bausparvertrag eingezahlt wird. Aber der Staat unterscheidet bei der Förderung deines Bausparvertrags ganz genau zwischen beiden Beträgen. Das heißt, wenn du die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllst, kommen die staatlichen Förderungen noch auf deine angesparten Beträge drauf. Da es aber auch sein kann, dass du nicht staatlich gefördert wirst, werden diese Beträge nicht in der Berechnung der Bausparsummen erfasst. Also besteht dein Sparguthaben im Idealfall aus drei Teilen:  

Arbeitnehmer-Sparzulage

Voraussetzungen 

Der Staat fördert den Betrag vom Arbeitgeber, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter 17.900€ liegt 

Höhe der Förderung 

Deine Beträge werden zwar vom Staat mit 9% gefördert, allerdings gibt es eine Obergrenze für die Höhe der geförderten Beiträge. Die jährlich vom Arbeitgeber gezahlten Beträge werden bis zu einem Höchstbetrag von 470€ mit 9% gefördert. Daraus ergibt sich, dass du mindestens 40€ monatlich von deinem Arbeitgeber einzahlen lassen solltest. Dann nimmst du die volle Förderung von 42€ pro Jahr mit. Falls deine vermögenswirksamen Leistungen dafür zu niedrig sind, solltest du deine Arbeitgeber mitteilen, dass du diese freiwillig aufstockst. 

Beantragung 

Die Arbeitnehmer-Sparzulage beantragst du jährlich durch deine Steuererklärung. Hier gibt es unter der „Arbeitnehmer-Anlage“ ein Feld, in dem du einen Haken setzen musst, um sie zu beantragen. 

Wohnungsbauprämie

Voraussetzungen 

Der Staat fördert den Betrag vom Arbeitgeber, wenn dein  zu versteuerndes Einkommen unter 25.600€ liegt.

 

Höhe der Förderung 

Die jährlich vom Arbeitgeber gezahlten Beträge werden bis zu einem Höchstbetrag von 512€ mit 8,8% gefördert. Daraus ergibt sich, dass du mindestens 43€ monatlich von deinem Konto einzahlen solltest. So nutzt du die staatliche Förderung pro Jahr voll aus und nimmst jedes Jahr 45€ mit. 

 

Beantragung 

Die Wohnungsbauprämie beantragst du durch ein Formular, das dir deine Bausparkasse bei Eröffnung des Bausparvertrags zukommen lässt. 

 

Wenn du die Voraussetzungen für die Förderung vom Staat erfüllst, sollte dein Arbeitgeberanteil mindestens 42€ und dein Eigenanteil mindestens 43€ betragen. So wird dein Bausparvertrag jährlich mit fast 90€ gefördert.

Meine Empfehlungen

Verwendung & Zuteilung

Nach Ablauf der Sparphase musst du das Geld noch ein weiteres Jahr  ruhen lassen. Dann steht es dir zur Verfügung. Nun ist es wichtig wofür du das Geld ausgeben möchtest. Denn das Darlehen von der Bausparkasse bekommst du nur, wenn du die Bausparsumme für sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke nutzt. Dazu gehören zum Beispiel der Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses, eine Renovierung oder die Verschönerung der Gartenanlage. Falls du dir jedoch einen anderen Wunsch finanzieren möchtest, steht dir lediglich dein angespartes Geld plus eventuell staatlicher Förderung zur Verfügung. Die Arbeitnehmer-Sparzulage steht dir auf jeden Fall zu und die Wohnungsbauprämie nur, wenn du jünger als 25 warst, als du den Vertrag abgeschlossen hast.
SzenarioVerwendungszweck Höhe des verfügbaren Betrags
1wohnwirtschaftliche Zweckeangespartes Geld + staatliche Förderung + Darlehen
2alles andereangespartes Geld + (staatlicheFörderung)
Wenn du dich für die erste Variante also die wohnwirtschaftiche Verwendung der Bausparsumme entschieden hast, bekommst du nun dein Guthaben und Darlehen zur Verfügung gestellt. Das heißt du erhälst insgesamt Geld in Höhe deiner Bausparsumme. Zusätzlich erhöht werden kann dieser Betrag noch durch die Förderung aus der Arbeitnehmer-Sparzulage und der Wohnungsbauprämie. Diesen Zeitpunkt bezeichnet man als Zuteilung. Wichtig zu wissen ist, dass du nicht gezwungen bist, dass Darlehen sofort in Anspruch zunehmen. Du kannst auch bis zu 7 Jahre warten und erst dann deine Bausparsumme inklusive Darlehen in Anspruch nehmen.